hello
To be Klingon

=^= (1) des Ingenieurs neue Augen =^=

Krankenstation; Nebenraum:
Cass hatte heute zum ersten mal einen Standardcheck allein durchgeführt - und das Schiff stand noch. Sie war schon stolz gewesen, das sie die Aufgabe 'behalten' hatte, obwohl Geordi heute ausfiel. Und das war auch der Grund, warum sie gerade die Krankenstation betrat. Geordi hatte sich endlich dazu durch gerungen seinen VISOR, der ihm schon immer Kopfweh bereitet hatte, gegen Bioimplantate auszutauschen. Die Operation selber war schon vorbei, aber der Einstellungsprozess würde noch ein paar Stunden dauern.
Beverly hatte sie kurz begrüßt, aber nichts gegen den Besuch einzuwenden - im Gegenteil. Geordi kribbelte es schon wieder viel zu sehr in den Fingern.

Lächelnd klopfte sie an den Türrahmen "Hi... schon ungeduldig?" wollte sie lächelnd wissen und kam nicht umhin einen Moment zu starren. Er sah richtig gut aus. "Cass?", drehte er den Kopf in ihre Richtung. Die Linsensysteme in seinen Augen fokussierten sichtbar, aber trotzdem glitt sein Blick weiter suchend an ihr vorbei. "Die Implantate sind drin, aber mein Gehirn braucht einige Stunden, um sich daran zu gewöhnen", erklärte er ihr. "Erzähl das nicht im Maschinenraum, dass ich einige Stunden brauche, um optische Sensoren einzustellen!", mahnte er lächelnd. "Wo bist du gerade?", hob er seine Hand und hielt sie ihr entgegen. "Im Moment sehe ich rosa Zuckerwatte und manchmal schwimmt irgendetwas Unförmiges vorbei..."
Cass kicherte "Ich werde schweigen wie ein Grab, versprochen." trat sie näher und nahm die Hand, die er ihr entgegen hielt, nur zu gerne in ihre. Zumindest für einen unverfänglichen Augenblick "Die Implantate stehen dir aber." meinte sie grinsend und setzte sich an den Rand des Biobettes. "Womit vertreiben wir dir denn jetzt die Wartezeit..." überlegte Cass laut. Er zuckte mit den Schultern. "Wir können ja ein paar Kommunikatoren zerlegen und wieder zusammensetzen - zum Üben natürlich blind.", grinste er.
Cass lachte "Ich kann dir ja den neuesten Klatsch aus dem Maschinenraum erzählen..." schlug sie vor. "Klatsch im Maschinenraum?", tat Geordi ganz erstaunt. "Wir arbeiten dort unten ganz professionell! ... hast du gesehen, wie dieser komische Chefingenieur gestern morgen die ODN-Leitung überbrückt hat? Das hat ewig gedauert und nachher hat er behauptet, dass er das falsche Werkzeug hatte."
Cass musste noch lauter lachen "Oh ja... und diese Halbklingonin, die ihm immer an der Backe klebt... die kann ja gar nichts... als würde die so was zum ersten Mal sehen..." frotzelte sie weiter. Sie genoss es sichtlich mit Geordi herum zu albern. "Ach ja...", seufzte er und ließ sich gegen die zu einer Lehne geklappte obere Hälfte des Biobetts fallen. "Bis eben habe ich mich sehr gelangweilt... und jetzt habe ich Tränen in den Augen."
Cass grinste "Deswegen bin ich her gekommen." nickte sie lächelnd "Spühl' dir die neuen Augen aber nicht gleich raus..." - "Keine Sorge, ich hab' Garantie gegen Durchrostung.", er gähnte, "Kannst du dir ein PADD nehmen, und mir die aktuellen Berichte vorlesen? ... ja ich weiß, ich muss lernen mit frei zu nehmen..."
Cass schmunzelte "Einsicht ist der erste Schritt..." stimmte sie zu suchte ein PADD "Wenn Doc Crusher mich erwischt, jagt sie mich quer durchs Schiff..." grinste sie "Ooook... Heute war irgendwie nichts los. Nur die Standardchecks, die angedacht waren." sie sah auf "Ich gewöhne mich übrigens langsam an diese Jeffriesröhren..." meinte sie beiläufig.
"... was nicht nur die Zahl deiner Verstecke, sondern auch Einsatzmöglichkeiten erweitert.", drohte Geordi und suchte nach ihrer Hand, um sie zu drücken.
"Die Einstellungen sind definitiv noch nicht beendet.", seufzte er. "Willst du die ganze Zeit bei mir bleiben?"
Cass lächelte leicht "Ich hab nichts anderes vor... also wenn du willst, dann gern und danach können wir deine neuen Augen gleich mal auf der Station ausprobieren." antwortete sie.
Geordi lächelte. "Sehr gerne, auch wenn ich hier wegen der Änderungen des Interfaces schon vieles Neues zu sehen habe." Er drehte ihr den Kopf zu. "Ich glaube, ohne dich würde ich mich jetzt zu Tode langweilen."
"Und das wollen wir ja nicht..." zuckte Cass grinsend mit den Schultern

=^= (2) klingonisches Recht =^=

Starbase 542
Es war das erste mal, das Cass eine der Föderationsstationen betrat. Auch wenn diese, wie die Schiffe, im Weltall schwebte, so war es doch irgendwie anders. "Von hier kann man ziemlich gut sehen, wie die Workbees die Schiffe anfliegen, um die Außenhaut zu untersuchen und Reparaturen durchzuführen.", erklärte Geordi. "Schau dich schon mal um, ich hole uns... einen Kakao? Sie haben hier schließlich auch nicht-replizierte Nahrung - das muss man ausnutzen."
Cass musste lachen. Das Geordi wieder mal sehr auf seine Arbeit fixiert war, fand sie lustig. Aber die Idee mit einer echten Schokolade fand Cass sehr gut. "Das klingt super." nickte sie "Ich warte hier, damit Worf nicht an uns vorbeiläuft." meinte sie. "Du kannst froh sein, dass die Föderation nicht weiß, was du bist!" Eine klingonische Stimme und eine am Boden liegende Frau zog unmittelbar die Aufmerksamkeit auf sich.
Cass konnte nicht sagen ob die Frau vulkanisch oder romulanisch war - wahrscheinlich letzteres wenn sie nach der Frisur ging - aber das war auch nicht weiter wichtig. "Hey!" ging sie zu den beiden Klingonen hinüber "Was soll das? Was hat die Frau euch getan?" stellte sie sich schützend vor die Vulkolanerin. "Hrrr...", starrte ihr der Klingone direkt in die Augen. "Was mischst du dich ein, Halbblut?"
Cass seufzte tief "Ihr beide seid so erbärmlich. Und ich dachte Klingonen seien ehrenhafte Wesen" brummte sie und wollte der Frau aufhelfen. Im Augenwinkel bemerkte sie, wie der Klingone zum Schlag ausholte. Sie lies sich schnell ganz zu Boden gleiten und trat ihm die Füße weg. Ein dumpfes Knallen zeigte ihr, das sie Erfolg hatte. Glücklicherweise hatte der eine den anderen Klingonen mitumgerissen. "Kommen sie..." half Cass der Frau auf und sammelte mit ihr ihre Pakete zusammen "Hier bitte, ich hoffe es ist nichts kaputt..."

"Lass' es, den Ärger ist es nicht wert.", zerrte der offenbar Klügere der beiden Klingonen seinen Begleiter von den Frauen weg.

"Es ist alles ins Ordnung.", sahen stolze Augen zu Cass auf. Die Frau strich sich die Haare von der romulanischen Stirn. "Deine menschliche Seite will noch ein: 'Danke'. Jetzt lass mich allein." Cass war sichtlich verwirrt - wusste jetzt aber immerhin das es sich um eine Romulanerin handelte. "Nicht nötig..." wehrte sie nur ab "Wenn ich sie mit meiner Hilfe in irgendeiner Weise verletzt habe, dann sorry. Aber es ist nicht meine Art daneben zustehen wenn jemand rumgeschubst wird." drehte Cass sich zum gehen und kehrte zu ihrem Platz am Fenster zurück. "Warum entehrst du sie?", empfing Worf sie an ihrem Beobachtungsplatz. "Du weißt nicht, was die Frau ihnen angetan hat und hinderst sie daran es aus der Welt zu schaffen!", warf er ihr vor.
Nun war Cass noch verwirrter. Waren denn hier alle verrückt geworden? "Ich habe die zwei gefragt - sie hatten keinen, glaub mir... und aus der Welt schaffen wollten die auch nichts..." sie sah ihn jetzt an "Und was willst du? Hätte ich einfach zusehen sollen, wie sie zusammengeschlagen wird?" Worf brummte. "Das würden sie nicht tun, weil es ihre Familie entehren würde. Deshalb diskutieren sie ihre Probleme auch nicht mit jeder Person, die sich einmischen muss. Du kannst froh sein, dass sie sich zurückgezogen haben, bevor du deine Familie ganz hereingerissen hattest!"
Cass blieb für einen Moment die Sprache weg "Willst du mich verarschen? Versteckte Kamera oder was?" sie funkelte ihn an "Ja, ich hatte Glück das sie abgehauen sind, denn von dir hätte ich ja keine Hilfe bekommen." sie schnaubte "Von wegen Ehre und ich kann weiter nach meinem Gewissen handeln... wann hast du eigentlich damit angefangen, dass das, was andere Denken wichtiger ist als das was du tun willst, huh 'Bruder'?" Cass war nicht nur sauer, sie hatte sich auch in Rage geredet. "Ja! Denken!", schnaubte Worf ihr hinterher. "Du musst denken, bevor du etwas tust!"
Cass drehte sich um und lief ein paar Schritte rückwärts. "Ich werde es beherzigen, wenn du mal Hilfe brauchst..." nun verschwand sie dahin wo Geordi den Kakao holen wollte.

"Hallo", erwartete Geordi sie mit zwei Tassen in der Hand. "Ist irgendetwas passiert?", bemerkte er bei ihr einen ungewohnt ernsten Gesichtsausdruck.
"Worf." brummte sie missmutig "Wir haben uns gestritten." sie schüttelte den Kopf "Nein, das ist eigentlich untertrieben." erzählte sie, während sie zu einem der Tische gingen. Gerade als Geordi nachfragen wollte, wurde er von der Enterprise gerufen "D'antin an LaForge. Tut mit leid sie zu stören, Commander aber wir haben hier ein Problem." meldete sich einer der Ingenieure und an seiner Stimme hörte man das es dringend war.
Auf Geordis fragenden Blick nickte Cass "Geh nur, ich seh' mich hier noch ein wenig um. Keiko meinte, das Aboretum hier wäre sehr schön." Ihr war es auch gar nicht ganz unrecht, so würde sie ihre schlecht Laune nicht an Geordi auslassen. "Okay.", nickte Geordi zögernd. Er wäre am liebsten bei ihr geblieben, musste aber weg. "Wir reden nachher weiter, ja?" Cass nickte und brachte ein Lächeln in ihr Gesicht "Bis dann..." sie sah Geordi noch einen Moment hinterher, trank ihren Kakao auf Ex - zum Glück war er nur lauwarm - und machte sich dann auf den Weg zum Aboretum.

=^= (3) Des Captains Rat =^=

Aboretum
Seufzend lies Cass sich auf eine Bank unter einen der Bäume fallen. Ihr ärgerlicher Gesichtsausdruck passte gar nicht zu der schönen Umgebung. Wie konnte Worf nur so etwas zu ihr sagen? War das R'uustai ein Fehler gewesen?

"Ich frage mich, ob dieser Platz diese Wirkung auf dich hat.", tauchte Picard plötzlich neben ihr auf. "Ich nutze ihn gern zum entspannen," er deutete auf eine Bank, wo immer noch ein kleines Packet der Grösse eines PADDs lag. "Andere einfach nur zum Spass haben." fuhr er im Plauderton fort. "Bei dir scheint es nicht so wie gewünscht zu wirken." bemerkte er mit besorgtem Unterton.

Cass sah überrascht auf. Picard hatte sie hier nicht erwartet. "Ich hatte gerade einen Streit mit Worf, Captain." antwortete sie schließlich. Sie hatte es sich von den Anderen angewöhnt ein 'Captain' oder 'Sir' anzuhängen, wenn sie mit ihm sprach - er war schließlich der Boss... und da lag nun ihr Problem, ausführlicher zu werden: er war der Chef.

"Einen Streit?", musterte er sie auffällig. "Ist alles geklärt?", er setzte sich neben sie - offensichtlich nahm er an, dass dies nicht der Fall war.

"Nein Sir." gab Cass zu und wusste, dass sie nun alles erzählen sollte. "Da waren zwei Klingonen und die haben eine Frau herumgeschubst - ich glaube sie war Romulanisch - ich bin dazwischen gegangen. Die Klingonen verzogen sich und dann war Worf da, hat alles mitbekommen und ist sauer... Ich solle mich nicht in die Angelegenheiten anderer Klingonen einmischen.." Cass schnaubte.

"Er hat Recht." nickte Picard. "Zumindestens generell.", er sah in ihrem Gesicht, dass sie die Antwort nicht mochte. "Nicht-Einmischung war schon immer eines der höchsten Prinzipien der Föderation... Lass' mich nur kurz mein Buch holen." Er sammelte das kleine Paket von der anderen Bank ein. "Ist ein rech seltenes Stück.", berührte er den Buchdeckel. "Genau wie Worf.", er sah Cass in die Augen. "Und wie du auch."
"Worf weiss, wie Aussenseiter behandelt werden. Ich bin mir recht sicher, dass er dich vor Schwierigkeiten bewahren wollte.", mutmasste Picard.

Cass brummte missmutig. "Ich habe die Direktiven gelesen, Sir, aber die passen wohl kaum zur Situation." lehnte sie sich zurück und schwieg einen Moment indem sie das Buch betrachtete: 'McBeth'. Musste sie wirklich zusehen, wie andere herumgeschubst werden? Sie traute sich nicht, das auszusprechen... Er war der Captain und hatte sicher Gründe für seine Meinung.

"Ich komme mir vor, wie in einer Besprechung mit meinem Stab.", schmunzelte Picard. "Die ganzen 'Sirs' und 'Captains'", er folgte Cass Blick nachdenklich. Sie schien ihm gegenüber ihr Temperament zu zügeln - wollte ihm offensichtlich nicht direkt widersprechen. Sie war kein Mitglied der Mannschaft - nach Sternenflottengesichtpunkten - es gab also eine recht einfache Möglichkeit: "Nenn' mich doch einfach Jean-Luc.", schlug er vor. "Du bist schliesslich nicht in der Sternenflotte." Er deutet auf das Buch und beendete jede Diskussion, die hätte aufkommen können von vornherein: "Kennst du 'MacBeth'?"

Cass war ein wenig rot geworden. Zum einen wegen des Angebots, zum anderen da er sie offenkundig durchschaut hatte. "Ja." antwortete sie schliesslich "Aber der Sommernachtstraum liegt mir mehr." schmunzelte sie, war in Gedanken aber immernoch bei Worf.

"Lieber Komödien", stellte Picard fest, bevor er abermals das Thema wechselte: "Man kommt desöfteren an eine Gelegenheit, wo die in sicheren Büros formulierten Regeln nicht... sagen wir... wortwörtlich ausgelegt werden sollten." Er fixierte Cass Blick: "Als halbe Klingonin wirst du es schwer haben, akzeptiert zu werden. Schwerer noch als Worf." Er liess die Tatsache einen Moment lang im Raum stehen. "Er versucht, dich vor 'Fehlern' zu bewahren, die er vielleicht selbst begehen würde. Ohne über die Folgen für dich nachzudenken, hätte er in deiner Situation wahrscheinlich genau so gehandelt, wie du."

Cass seufzte tief, "Von den coolen Kids akzeptiert werden... sind wir da immer noch nicht drüber weg?" konnte sie sich nicht verkneifen. "Ich mag Worf... Ich will nicht für Probleme verantwortlich sein oder seiner... unserer Familienehre schaden... Aber ich kann... will in so einer Situation nicht einfach nur zusehen..." sie legte ihr Kinn in die Hände und stützte die Ellenbogen auf die Knie "Eins von beiden geht offensichtlich nicht." bemerkte sie "Ich hab keine Ahnung, was ich tun soll, Jean..."

"Ich bin mir sicher, dass Worf die Entscheidung mit dir das R'uustai zu vollziehen, nicht leichtfertig getroffen hat." versicherte Picard. "Er wird zu dir stehen, egal was du tust. Das ist eine grosse Verantwortung für euch beide, aber ihr seid doppelt so stark - ihr müsst euch vertrauen lernen und miteinander reden." er sah ihr in die Augen. "Im Moment behandelt er sich noch wie ein rohes Ei und möchte dich vor allen Gefahren schützen, aber bald wird er dir mehr zutrauen und dich als gleichwertig behandeln."

Einen Moment lies Cass die Worte wirken. "Du hast recht. Ich glaube ich werde heute Abend mit Worf darüber reden..." entschied sie
Hinter sich hörte sie die Tür zischen, reagierte aber erst, als die Schritte auf sie zukamen. "Oh, Hi Geordi..." grüsste sie den Ingenieur.

"Du weisst, wo du mich finden kannst.", Picard wollte den beiden ein ungestörtes Gespräch ermöglichen.

"Sir, ich wollte nicht...", wehrte Geordi ab, aber Picard winkte nur beschwichtigend und lächelte Cass zu. "Danke Jean...", rief Cass Picard noch nach.

"Was... äh...". sah Geordi dem Captain nach und dann zu Cass. Er beschloss aber nicht weiter auf das Thema einzugehen. "Tut mir leid, dass ich so spät komme, aber die Temperatureregelung ist kritisch gewesen und... ach die Deatils sind unwichtig. Wie geht es dir?"

"Besser.", lächelte Cass.

=^= (4) Temperaturschwankungen =^=

Aboretum
"Worf an LaForge" drang die Stimme des Klingonen durch Geordis Kommunikator, der noch immer zusammen mit Cass im Aboretum sass. "Wir sind jetzt bereit, die Medikamente einzulagern."

Geordi seufzte leise und berührte seinen Insignienkommunikator:" Verstanden, bin unterwegs." - "Wir müssen die Medikamentenlieferung umladen.", erklärte er Cass. "Es wurde alles in einem, grossen Container geliefert, soll aber in kleinen Transportkoffern abgeliefert werden - Die Verteilung geht so einfacher und es ist gerade eine gute Gelegenheit, weil wir es eh umladen müssen." er zuckte mit den Schultern. "Allerdings muss die Temperatur dauerhaft bei 23,8 Grad Celsius liegen mit einem Grad Abweichung oder alles ist nach zehn Minuten am... ", er suchte nach einem Wort, "Gähren oder so ähnlich und nach einer Stunde ganz verdorben." Geordi sah sie prüfend an. "Wir könnten noch Hilfe gebrauchen. Kommst du mit?"
"Ja gern.", stand Cass ebenfalls auf und folgte ihm.

Lagerbereich
Worf erwartete beide bereits in dem kleinen Nebenraum, wo die Kontrollen lagen. "Sie haben schon angefangen",informierte er Geordi.

Geordi nickte und trat an die Konsole heran. "Ich hatte nicht erwartet, die exakte Temperatur vorzufinden.", er zeigte aud die '23,80'-Anzeige. Mit geweckter Neugier begann er das System zu überprüfen. "Es ist ein grosser Zufall, dass die gemessene Temperatur auf ein hundertstel Grad genau der eingestellten entspricht."

"In meiner Zeit würd' ich jetzt nachsehen, ob das Ding noch funktioniert oder eingefrohren ist..." meinte Cass und tippte gegen die Anzeige wohl wissend, dass das nichts ändern würde.

"Genau das überprüfe ich gerade.", kommentierte Geordi geistesabwesend. "Kann mir irgendjemand diese Querverbindung erklären...?" eine rethorische Frage, während er die Kontrollen prüfte.

Einige Sekunden später sah er von den Konsolen auf. "Diese Sensoren und wahrscheinlich auch die Umweltseuerung wurden manipuliert.", seine Stimme liess keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit aufkommen. "Die Leute müssen raus, damit nicht noch mehr Wärme produziert wird."

Worf nickte knapp "Worf an Sicherheit..." - "Die Verbindung ist gestört.", brummte er "Ich gehe die Leute rausschicken, und dann kümmere ich mich um die Sicherheit." öffnete Worf die Türversiegelung und wurde von Disruptorfeuer begrüsst.

Er warf sich zu Boden und schloss die Tür wieder. "Saboteure.", schnaufte er. "Sie bringen gerade einen Plasma-Sprengsatz an.", berichtete er, was er gesehen hatte. "Damit können sie den gesamten Vorrat zerstören."

"Oder wenn sie es schaffen noch fünf Minuten die Temperatur ausserhalb des Bereiches zu halten. Irgendjemand arbeitet gegen mich und verstellt ständig die Steuerung.", knurrte Geordi.

"Dann muss ich sie überreden.", zog Worf seinen Phaser.
"Wenn du an den Sprengsatz kommst,", riet ihm Geordi, "Pack ihn in einen der Transportkoffer, die halten die erzeugte Hitze aus..." - Worf nickte.

Cass war bei dem Disruptorfeuer zusammengezuckt, folgte dem Gespräch zwischen Geordi und Worf. Durch sie sich schliessende Tür sah sie wieder den Kampf. Nach ein paar Sekunden folgte sie Worf mit einem "Sprengsatz und Feuergefecht schafft er nicht allein..."
Zusätzlich machte sie sich Sorgen um Worf, aber im Moment würde sie sich eher die Zunge abbeissen, als das zuzugeben.

Frachtraum
Im Frachtraum lies sich sich neben Worf in Deckung fallen "Ich kümmere mich um den Sprengsatz." teilte sie ihm mit und duckte sich zum Container vor.
Da sie Saboteure noch nicht ganz fertig gewesen waren, lies sich der Sprengsatz leicht entfernen und in eine der Boxen packen, bevor er detonieren konnte.

Lagerbereich
Gleichzeitig schaffte es Geordi die Umweltkontrollen wieder unter Kontrolle zu bringen "LaForge an Worf. Ich habe die Kontrolle über die Temperatur im Frachtraum wiedererlangt. Die Medikament dürften sicher sein, sobald der Sprengsatz keine Gefahr mehr darstellt. Ach ja, die Kommunikation geht auch wieder...", berichtete er.

Frachtraum
Cass bemerkte, das die Situation mittlerweile unter Kontrolle war. Keine Phasersalven durchzogen die Luft, so nahm Cass die Box, in die sie den Sprengstoff gepackt hatte und ging damit zu Worf. "Hier. Der Sprengstoff..." drückte sie ihm das Behältnis in die Hand ohne ihn anzusehen "Das mit dem Denken werde ich noch üben." meinte sie sarkastisch und sah ihn dabei an - damit er an ihren Augen sah, wie sie es meinte. Nach einem kurzen Moment wandte sie sich zur Tür um zu gehen.

Worf sah ihr nach. Eben wollte er sie noch in den Arm nehmen und nachsehen, ob es ihr gut ging, jetzt stand er da und wusste nicht, was passiert war. Er wollte ihr nachgehen - sie erwürgen - sie in den Arm nehmen, doch jetzt wurde er von seinen Aufgaben in Beschlag genommen.

vor dem Frachtraum:
Geordi bemerkte sie sofort, als Cass den Raum verließ. Es war offensichtlich, dass er auf sie gewartet hatte, aber vorher die Kontrollen nicht verlassen konnte. Jetzt hielt ihn nichts mehr und er stürmte auf sie zu. "Geht es dir gut?", betrachtete er sie von oben bis unten. Als er sich dessen sicher war, setzte sein rationales Denken größtenteils wieder ein. "Was bildest du dir eigentlich ein?", fuhr er sie an. "Du bist weder dazu ausgebildet noch hast du irgendeinen Plan gehabt. Geschweige denn, das du dich mit Worf abgesprochen hast oder etwas hattest, um dich zu wehren!" Er starrte ihr fuchsteufelswild in die Augen. "Verdammt, du hättest verletzt werden können...", schrie er sie an. "Du hättest...", blieben ihm die weiteren Worte im Hals stecken. Er fiel ihr um den Hals und küsste sie. Es dauerte bis ihm klar wurde, was geschah und er zuckte zurück. "Es..." Cass war vor seinem Ausbruch ein Stück zurückgewichen. Sie kannte ihn so nicht. Als er sie dann unvermittelt küsste, war sie verwirrt. Es war etwas wovon sie seid ein paar Wochen träumte. Sie hatte aber bisher nicht gewusst, wie sie die Aufmerksamkeit des schüchternen Ingenieurs gewinnen konnte. Das er sie jetzt so plötzlich küsste, nachdem er sie gerade noch zusammen gestaucht hatte, hatte sie erstarren lassen, so dass sie den Kuss nicht erwidern konnte. Jetzt, wo er sie losgelassen hatte, konnte sie sich wieder bewegen. Bevor Geordi weiter sprechen oder sich gar entschuldigen konnte, küsste sie ihn ihrerseits.

=^= (5) Klingonische Familie =^=

Cass drehte den Becher in ihrer Hand um sich selbst. Sie dachte noch immer über den Streit mit Worf nach aber auch über den Kuss.
Ein Schatten baute kroch über den Tisch und riss Cass aus den Gedanken. Als sie neugierig aufsah, erkannte sie den Klingonen von vorhin wieder. "Was willst du?" brummte sie. Er war nicht mehr betrunken, das merkte Cass sofort. Das hieß auch, dass sie sich im Falle eines Kampfes keine großen Chancen ausrechnen konnte.
"Du... hast meine Ehre beschmutzt! Ich fordere...." begann der Klingone.

"Deine Ehre beschmutzt!", laut lachend tauchte Worf hinter dem Klingonen auf. Sobald der sich allerdings umgedreht hatte wich jede gespielte Belustigung aus seinem Gesicht. "Hättest du auch nur einen Funken Ehre in dir würde ich dir die Gunst erweisen, dich ehrenhaft in einem Kampf zu töten!", knurrte er. "So lange du dich aber mit Schwächeren anlegst, mache ich mir zu sehr die Hände schmutzig. Also hau ab und ertrage dein Elend!", schrie Worf in förmlich aus dem Raum.

"Du..." hob der Klingone drohend den Arm, entschied sich aber anders und verschwand.
Cass sah dem sich entfernenden Klingonen hinterher und wusste nicht, ob Worf ihr gerade geholfen oder sie beleidigt hatte. Sie wusste nur, das sie noch immer brummig auf ihn war "Du solltest dich an deine eigene Anweisung halten..." brummte sie.

Worf zog sich einen Stuhl zurecht. "Ich habe nachgedacht.", entgegnete er trocken. "Und darüber, dass man sich nicht in die Angelegenheiten von anderen einmischen sollte...", in der Pause atmete er tief durch. "... wollte ich noch einmal mit dir reden." Cass sah überrascht auf. Worf hatte seine Meinung doch nicht etwa geändert. "Ich habe wohl wirklich ein wenig zu vorschnell gehandelt... aber ich kann nicht zusehen wenn jemand so rumgeschubbst wird - egal ob derjenige einen Grund hat oder nicht."

"Wenn er doppelt so groß und bewaffnet ist, solltest du das aber lernen.", brummte Worf. "Sag nichts.", seufzte er. "Ich werde das nie wieder sagen, aber du hattest völlig recht. Du kannst nur ehrenhaft handeln, wenn du kein Feigling bist. Du bist zehn mal mehr Klingone als dieser Typ.", er nickte verächtlich nach hinten, wo der Klingone hin verschwunden war. "Aber du musst dich besser einschätzen können und wissen, wann du lieber die Sicherheit rufst - oder mich. OK?"

Cass seufzte tief "Ja, ok..." sie lächelte leicht. Sie war froh, dass sich alles so geklärt hatte. Sie schob den leeren Becher ein wenig von sich "Ich glaube ich geh zurück auf das Schiff..." überlegte sie laut.
"Ich komme mit.", entschied er. "Wenn wir gerade Themen ansprechen, die uns auf dem Herzen liegen: Was ist eigentlich... mit dir und Geordi...?"

Cass lachte, während sie zusammen mit Worf den Weg zur Andockschleuse einschlug. Sie hatte sich schon gedacht, das er sie gesehen hatte "Wonach sah es denn aus?"

by Jadzi + Skyfox - November 2007
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