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A Dark Age

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Fast über Nacht tauchten sie auf und beendeten das, was wir seit über 200 Jahren aufbauten und versuchten zusammenzuhalten: die Föderation und die Sternenflotte.
Sie nennen sich die 'Magtalla', Humanoide Wesen von denen wir bis heute nicht wissen, wie sie aussehen. Ihr Ziel ist nicht die Herrschaft über die Völker der bekannten Galaxien, die Magtalla interessieren nur Rohstoffe: organische und anorganische. Sie ernten was sie brauchen und ihre fast übermächtige Technologie macht es schwer ihnen Herr zu werden.
Innerhalb kurzer Zeit stand die Föderation am Rand ihrer Auflösung. Jede Spezies versuchte sich selbst zu schützen, was ja nur Natürlich war. Das was von der Föderation und der Sternenflotte übrig blieb versucht verzweifelt sich wieder aufzubauen um einen Weg zu finden gegen die übermächtigen Magtalla vorzugehen. Admiral Janeway, die als eine der wenigen übriggebliebenen Flaggoffiziere das Kommando über die Sternenflotte übernommen hat, ist mit der Situation überfordert und griff zu verzweifelten Maßnahmen. Um die Sternenflotte wieder aufzubauen versuchte sie so viele ehemalige Offiziere wie möglich zur Rückkehr in die Flotte zu überreden - teils mit zweifelhaften Methoden.

Dies ist die Geschichte der kleinen privaten Werft 'Kalta-Siv' im Orbit eines Klasse L Planeten, welche versucht auf ihre Weiße ihren Beitrag zum Wiederaufbau zu leisten indem sie versuchen die Schiffe, Welche bei ihnen ankommen, zu warten, ihnen notwendige Teile zu besorgen und somit die Versorgung der Kolonien und Welter der ehemaligen Föderation zu sichern.

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Janeways Spiel

Shuttle 'Styx'
Vor zwei Tagen hatte Ria Valdés Ferreira Kalta-Siv verlassen. Seit zwei Tagen war sie in diesem punetaro Blechhaufen eingeschlossen, der aus Rias Sicht den passenden Namen 'Styx' trug.
Dieser 'Fluss in die Verdammnis' - ja eigentlich war es nur der Fluss in die Totenwelt aber Verdammnis passte Ria gerade besser als Beschreibung ihrer Situation - brachte sie zu einer der letzten Raumstationen der Sternenflotte. Versteckt in einem Nebel, der selbst von den Scannern der Magtalla nicht durchdrungen werden konnte, lag die 'Revenge'.

Allein schon der Name war Ria suspekt 'Rache'- Rache war niemals gut. Doch Ria hatte keine Wahl gehabt. Als ehemalige Offizierin der Sternenflotte hatte sie vor ein paar Tagen eine Nachricht erhalten in der man sie zur Rückkehr in den Dienst aufforderte - man bat sie nicht, man forderte. Ria hatte diese Nachricht sofort in den virtuellen Mülleimer verfrachtet doch sie war ein Opfer ihres früheren Erfolges. Admiral Janeway - sogar in ihren Gedanken spie sie Namen und Rang dieser Person regelrecht aus - hatte sie persönlich kontaktiert und ihr klar zu verstehen gegeben, dass Kalta-Siv auf Materiallieferungen der Sternenflotte angewiesen war um weiter zu laufen. Material was Janeway nur bereit war weiter zu liefern, wenn Ria zur Sternenflotte zurückkehrte. Der jungen Ingenieurin blieb nun nur die Wahl zu gehorchen und sich Janeway unterzuordnen oder ihre Freunde... ihre Familie im Stich zu lassen.

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Es gab nur wenige Rückzugsmöglichkeiten innerhalb der Werft - schon gar keine so luxuriösen wie ein Arboretum oder ein Garten welche die Sternenflotte teilweise bot. Es war auch gar kein Platz auf der Station vorhanden um etwas Ähnliches herzurichten. Ursprünglich hatte man geplant auf dem Planeten, in dessen Orbit Kalta-Siv kreiste, einen Kuppelkomplex zu errichten um die Station Verpflegungstechnisch autark zu halten auch wenn Energiesysteme versagen sollten. Als die Magtalla auftauchten hatte man diesen Plan auf Eis gelegt da man nicht genügend Ressourcen hatte.

Doch auch auf Kalta-Sivg ab es Rückzugsorte - man musste sie nur finden. Einer von ihnen war ein 'Loch' in der Gravitation. Hier wirkte durch den altmodischen Gravitationskonverter keine Schwerkraft, genau wie der von Ingenieuren 'Sweet Spot' genannte Ort auf älteren Schiffen. Es war dieser kleine Raum in den es Ria zog wenn sie nachdenken musste.

Während sie im Raum schwebte, die Beine an die Brust gezogen und von den Armen umschlungen, das Gesicht auf den Knien, merkte sie nicht, das eine weitere Person zu ihr schwebte - Jamie Altright. "Ok Kleines... jetzt erzähl mir was wirklich los ist." seine Stimme war sanft und ruhig. Keine Spur das er ihr böse wäre das sie ihm etwas verheimlichte - nur Besorgnis lag in der Stimme.

Ria schrak auf als sie so aus ihren Gedanken gerissen wurde. Ohne sich umzudrehen, lächelte sie leicht. "Wie konnte ich nur denken, dass du es nicht merkst, mi pata." flüsterte sie sprach aber zunächst nicht weiter. Geduldig wartete Jamie ab, bis Ria bereit war über das zu sprechen, was sie dazu gebracht hatte, die Werft zu verlassen.
"Idiota Janeway...puta, vomitivo, cabrón..." sprudelten spanische Schimpfworte aus Ria heraus auswelchen Jamie nur den Namen 'Janeway' herausfiltern konnte. Obwohl seit diesem Tag auch 'Janeway' als Schimpfwort in der kleinen Familie der Werft galt. "Sonic... ruhig..." versuchte er die junge Frau zu beruhigen, die mittlerweile Tränen im Gesicht hatte "Sie will der Werft die Ressourcen streichen, wenn ich nicht zurückkomme..." ließ sie die Bombe platzen.

Der bullige schwarze Mann wurde komplett ruhig und man hatte fast das Gefühl ein Teil der Farbe würde aus seinem Gesicht weichen "SIE HAT WAS?" brüllte er schließlich was Ria zum zusammenzucken brachte "Wie kann sie es wagen... diese inkompetente, dumme..." er verkniff sich alles Weitere. "Warum hast du das nicht gleich gesagt?" wollte er wissen und war plötzlich wieder die Ruhe selber.
"Was ändert das denn an der Sache?" schniefte Ria "Ich muss so oder so gehen." sie sah Jamie nun in die Augen "Und nein, BoomBoom ich werde nicht riskieren dass die Werft untergeht. Keine Chance." stellte sie sofort klar.
"Oh es ändert einiges meine liebe Sonic..." sprach er jetzt zu ihr wie ein Vater zu seinem Kind im Teenager Alter "Jetzt werden wir zusehen, dass wir schnell anderweitige Hauptversorger auftun, wenn wir dich schon nicht davon abbringen können..." er lächelte "... und sobald wir unabhängig sind, geigst du ihnen die Meinung und kommst nach Hause."

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Während die kleine Puerto Ricanerin sich an die Szene erinnerte kritzelte sie gedankenverloren eine Karikatur auf ihr PADD. Es zeigte Janeway in Karikaturform in einer Latexversion der Sternenflottenuniform mit Peitsche und einer Kette in der Hand an deren anderem Ende sich ein Halsband befand was eine Ria Karikatur daran hinderte wegzulaufen.
Ria wurde durch eine Hand auf ihrer Schulter aus den Erinnerungen gerissen. "Ma'am..." ein junger Mann - ein Ensign - hatte das Shuttle nach dem Dockingmanöver betreten "Sie werden von Admiral Janeway erwartet." konkretisierte er und musterte Ria von oben bis unten während diese sich erhob und nach ihrem Seesack griff "Möchten sie sich vorher noch eine Uniform replizieren und anziehen?" wollte der Mann wissen.
"Pues no!" Nein auf gar keinen Fall würde Ria eine dieser Uniformen tragen. Ihre Augen funkelten böse und duldeten keinen Wiederspruch in dieser Sache. Der Ensign sah die Puerto Ricanerin ob des heftigen Ausbruches entgeistert an "Euer Spiel aber meine Regeln!" antwortete Ria scharf, zog ihre Mütze etwas tiefer ins Gesicht und schob den Fähnrich quasi beiseite. Sie griff nach ihrem Seesack, wuchtete diesen hoch und verließ das Shuttle.

Haupthangar der 'Revenge'
Das erste, was man sah, war ein Seesack der aus der Luke des Shuttles trat. Da Seesäcke nun aber nicht dafür bekannt waren alleine durch die Gegend zulaufen, versucht das vernunftbegabte Wesen an sich nun dem Drang nachkörperlicher Ertüchtigung des Seesacks auf den Grund zu gehen. Irgendwann sah man dann, dass der Seesack von einer kleinen, dunkelhaarigen Frau mit Mütze getragen wurde, was besagtem vernunftbegabten Wesen direkt die nächste Frage aufdrängte 'Wo zum Teufel will der Seesack mit der Kleinen hin?' Eigentlich war der Seesack gar nicht größer als seine Artgenossen welche in der Föderation ihren Einsatz fanden nur die Trägerin war ziemlich kleingeraten.

Nach kurzem umsehen steuerte der Seesack mit Ria schließlich auf das zu, was eine Art Anmeldeterminal sein konnte. Zumindest standen dort zwei gelbuniformierte Herren mit Phasern am Gürtel - Sicherheitsoffiziere. Doch bevor sich Ria nun tatsächlich an jene Herren wenden konnte, schnitt ihr eine Frau mit Dutt und in roter Admirals Uniform den Weg ab - Janeway.

"Lieutenant Commander Ferreira..." traute sich diese Frau sie mit einem Lächeln, welches die Augen nicht erreichte, zu begrüßen als ob diese aufgesetzte Höflichkeit der Admirälin das wieder gut machen konnte, was diese ihr angetan hatte.
"Es heißt Valdés." unterbrach Ria sie direkt und funkelte Janeway böse an. Wenn diese Frau sie schon her zitierte dann könnte sie sich verdammt nochmal wenigstens ihren Namen richtig merken. Die ausgestreckte Hand der Kommandantin ignorierte die Ingenieurin ebenfalls.

Die Augen Janeways wurden noch eine Spur kälter aber sie gab sich noch nicht die Blöße laut zu werden obwohl es ob dieser Frechheit in ihr brodelte. "Natürlich. Miss Valdés." zog sie auch die zurückgewiesene Hand zurück. Offensichtlich war sie mit der Situation überfordert denn sie wusste sich nicht anders zu helfen als mit typischen Höflichkeitsfloskeln zu reagieren "Ich hoffe sie hatten einen angenehmen und sicheren Flug." versuchte sie die Oberhand zurück zu gewinnen "Ich bin mir sicher sie werden sich bei uns wohl fühlen."

Ria spürte Janeways Wut. Sie erkannte es an den Augen, aber sie setzte trotzdem noch eins drauf. "Ich denke ich werde mich auf dem Rückflug noch sehr viel wohler fühlen."
In diesem Moment vermutete Janeway, dass ihre Wahl vielleicht nicht ganz optimal gewesen war. Falsch sicher nicht - es wäre ja das erste Mal das sie einen Fehler machen würde - aber diese Offizierin war schwierig. Hätte sie Torres nicht die Leitung des Werftprojektes übertragen um ein neues Kriegsschiff zu entwerfen, hätte sich die Halbklingonin weiter um die Station kümmern können aber so brauchte sie hier jemanden mit Valdés Erfahrung - auch wenn sie mit dieser Person auf anderer Ebene kommunizieren musste. Hauptsache diese Station lief.
"Nun, sie mögen mich nicht, das ist aber nicht mein Problem..." wurde das Gesicht der Admiral steinhart "Wir müssen zum Wohle aller hier miteinander auskommen und ihre Aufgabe ist es diese Station zusammen und Commander Torres den Rücken frei zu halten damit diese ein schlagkräftiges Schiff entwickeln kann." auch das nun folgende kühle Lächeln auf Janeways Gesicht erreichte ihre Augen nicht annähernd "Sehen sie uns als Familie..." Mit diesen Worten und ohne eine Erwiderung Rias zuzulassen, beendete Janeway das unangenehme Gespräch mit den Worten "Melden sie sich als Erstes bei der Eingangsuntersuchung." und ließ die kleine Ingenieurin einfach stehen. Diesen Kampf hatte sie schon mal gewonnen, bildete sich die Admirälin ein.
"Familie.. Ja klar." schnaubte die kleine Puerto Ricanerin während sie den abgestellten Seesack schulterte und zum Ausgang des Hangars aufbrach.

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Unschlüssig starrte Ria auf die gepackte Tasche welche vor einem großen verschlossenen Schott stand. Auf der anderen Seite befand sich ein Hangar für die Workbees und eines der beiden Stationsshuttles und die Zugänge zu den vorderen Andockbuchten. Ria hasste Abschiede. Sollte sie sich einfach zum Schott schleichen, hinter welchem das Föderationsshuttle wartete? So klein wie sie war konnte sie vielleicht unbemerkt durchschlüpfen...
In diesem Moment spürte sie eine fellige Hand auf ihrer Schulter. "Denk nicht mal drrran kleine Feliss*..." war eine sanfte, tiefe, fast schon schnurrende Stimme zu hören. Ria erkannte darin sofort den Caitianer K'zorr "Warum eigentlich nicht, K?" seufzte die Technikerin ohne sich umzudrehen. Jamie hatte also die Anderen in das eingeweiht, was sie ihm vorhin erzählt hatte.

Ohne zu antworten schob K'zorr Ria auf das hohe Schott zu welches mit dem typischen Zischen zur Seite glitt. Auf der anderen Seite der Tür war rege Beschäftigung. Hätte K'zorr sie nicht vor der Tür gesehen hätte ihr Plan tatsächlich funktionieren können. "Sie wollte sich wegschleichen..." schnurrte der Caitianer und bleckte die Zähne zu einem Lächeln "Perdone..." versuchte Ria zu lächeln aber es zeigte nur tiefe Traurigkeit.

Einen Moment war alles still und die Blicke waren auf Ria gerichtet. Dann donnerte Jamie Altrights Stimme durch den Raum "Ihr wisst alle, warum Sonic uns jetzt verlässt und ich habe deswegen nur eine Anweisung:" er machte eine Kunstpause "Kontaktiert alles was euch einfällt und wenn wir die Werft ein paar Tage still legen müssen, dann ist das eben so. Ich will danach von diesem Scheißverein keine einzige Schraube mehr beziehen müssen!" Für weitere zwei Sekunden war es komplett ruhig in der Halle. Kein Werkzeug, keine Stimmen, nichts war zu hören - dann brach zustimmender Jubel aus. Es war nicht so als hätten die Leute hier etwas gegen die Flotte, aber keiner fand das, was Janeway mit Ria gemacht hatte, gut.
Ruhigen Schrittes ging Jamie zu einer Tafel, auf der neben einem computergenerierten Bild von Shinzons Schiff und ein paar remanischen Modellen auch noch zwei oder drei andere Schiffe mit Namen versehen hingen. Seine große Pranke klatschte regelrecht ein weiteres Bild an diese 'Schwarze Liste': Ein Bild der Klasse, welche von Janeway als persönliches Schiff genutzt wurde. Untertitelt war es mit 'Wrongway' als Symbol für das was passiert war und als Zeichen das die Admirälin hier nicht auf offene Arme und Hilfe hoffen konnte.

Jamie trat nun auf Sonic zu. "Sobald wir was haben wird K dich abholen." grinste der große Schwarze breit und umarmte die kleine Frau. "Ich verlass' mich drauf!" antworte Sonic und stieg die kurze Treppe zur Galerie hinauf um zur Schleuse zu gelangen.

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Sonics Regeln

Maschinendeck
Ria war direkt und ohne den geforderten Umweg über die Krankenstation zum Maschinenraum gegangen. Sie war nicht krank - warum sollte sie deswegen ihre Zeit auf der Krankenstation verschwenden? Wahrscheinlich war das Ganze auch nur eine Trotzreaktion aber es fühlte sich gut an den Befehl Janeways zu ignorieren.

Ihr Eintreten in die Technik war nicht unbemerkt geblieben und aus irgendeinem Grund war einer der Ingenieure der Meinung ihre Ankunft lautstark mit einem "Commander on Deck!" zu vermelden und alle Anwesende dazu zu bringen Haltung anzunehmen.
"Lt.Cmdr. Valdés... Willkommen an Board, Ma'am. Ich bin Chief..." grüßte er sie, stark bemüht alles richtig und nach Protokoll zu machen wurde aber von Ria unterbrochen. Es war der berühmte Tropfen der Rias Fass zum Überlaufen brachte "Wissen sie eigentlich wie viele Unfälle passieren nur weil wegen irgendwelcher dämlichen Formprotokolle die Arbeit unterbrochen wird?" fuhr sie den Ingenieur an der soeben gesprochen hatte. Dieser blickte verwirrt zurück "Aber..." konnte der nur stottern...
"Selbstständiges Denken bringt euch weiter nicht irgendwelche Protokolle, Förmlichkeiten oder Uniformen..." sprach sie weiter und stürmte an ihm vorbei weiter in den Raum, der das Büro des CEO war. Kaum hatte sich die Tür geschlossen viel der Seesack zu Boden "Estupido, Estupido, Estupido...!" schalt sich Ria selbst, drehte sich um und verließ ihr Büro wieder wo die Ingenieure noch wie erstarrt in der Gegend standen. Nur die typischen Hintergrundgeräusche der Technik durchzogen den Raum.

"Perdone." begann sie "Ich hatte einen sehr schlechten Tag... ein sehr, sehr schlechten Tag." korrigierte sie. Die armen Jungs und Mädels konnten ja nichts dafür, dass diese Janeway sie hier her gezwungen hatte. Gegen die Leute hier sollte sich ihr Ärger nicht richten. Ria stockte einen Moment "Un momento... versuchen wir das nochmal?" sie wartete keine Antwort ab und verließ den Maschinenraum um direkt wieder hereinzukommen "Hola! Ich bin Lt.Cmdr. Ria Valdés Ferreira. Ich wurde der Station als Chefingenieur zugeteilt. Sie können mich ruhig Ria oder Sonic nennen..." die Gesichter der Ingenieure entspannten sich sichtlich, amüsiertes Kopfschütteln war zu sehen "...oder la loca..." fügte sie mit einem leichten Lächeln hinzu als sie an ihren Auftritt gerade dachte. Ein paar Lacher gingen durch den Raum "Die ersten beiden sind mir aber deutlich lieber." stellte sie fest. Zu ihrer Erleichterung stellte sie fest, dass sich die Technikcrew darauf einzulassen schien.
"Bueno..." lächelte Ria in die Runde "Chief..." stockte sie schließlich denn sie hatte den armen Mann ja unterbrochen bevor er sich hatte zu Ende vorstellen können "Jennings, Ma'am... Ria... Marek Jennings." antwortete dieser schnell.
"Marek... ich bräuchte..." wollte Ria gerade ansetzen um sich einen Komplettüberblick über die Abteilung geben zu lassen, als auf einmal Warnlampen amokblinkten und ein unangenehmer Ton den Raum durchflutete.
"Que diablos..." sah sich Ria um und beobachtete ihre neue Mannschaft wie sie eilig aber nicht panisch nach der Ursache forschten "Die Energieverteilung spinnt wieder. Das passiert öfter..." erklärte Marek "Wir haben noch nicht herausgefunden woran es genau liegt..." folgte er Ria zu einer Konsole.

"Que..." verwirrt sah Ria auf die Anzeigen "Wer...?" versuchte sie eine eine Frage zu formulieren um herauszufinden welcher Amateur dieses Energiesystem verzapft hatte aber sie war nur einem hilf und sprachlosen deuten auf die Konsole fähig. Sie versuchte durch das Chaos zu blicken was sich vor ihr auftat. Mittlerweile hatte es eine Gruppe von Technikern geschafft, den Alarm abzustellen und auch die Energie verteilte sich wieder normal.

"Commander Torres hat bisher die Technik geleitet... und auch diverse Veränderungen vorgenommen." versuchte Jennings die Frage der Ingenieurin zu erahnen. "Commander B'Elanna Torres... Die Commander Torres, welche jetzt die Leitung über die Schiffsentwicklung übernommen hat?" vergewisserte Ria sich und sah Jennings nur nicken. Tief atmete die kleine Puerto Ricanerin ein "Ich bin kurz im Büro..." unterrichtete sie Jennings, welchen sie spontan für ihre Stellvertretung gewählt hatte "Hier konnte sie wohl keinen Schaden mehr anrichten und brauchte deswegen was Neues..." brummte sie während sie ihr Büro betrat "Valdés an Commander Torres..."
"Torres hier." antwortete ihr die rauhe Stimme der halbklingonin. "Sie haben den Teilbereich der Stationstechnik übernommen?" setzte sie hinzu und ließ keinen Zweifel daran, dass sie sich als Herrin in der Technik fühlte. "Sí" antwortete Ria knapp "Es geht um die Modifikationen am Energiesystem..." begann sie wurde aber direkt abgeblockt bevor Ria überhaupt dazu kam irgendetwas zu sagen oder zu erklären.
"Diese Modifikationen sind für den Betrieb der Systeme dieser Station unumgänglich." kam die unfreundliche Antworte "Wenn sie eine bessre Idee haben, wie die aktuelle Verteilung zu erreichen ist dann nur raus damit!" klang es wie eine Herausforderung. Torres schien von sich und ihren Fähigkeiten sehr überzeugt zu sein.
"Ja das habe ich..." reagierte Ria perplex auf diese Feststellung. Hatte diese Frau eigentlich jemals die Arbeit von Anderen ernst genommen? "Die Gelpacks an den drei Hauptverteilerweichen sollten durch Chips ausgetauscht werden..." begann Ria "Damit wäre die Übertragung langsamer." konterte Torres Stimme ohne Ria ausreden zu lassen.
Ria schloss die Augen, atmete tief durch bevor sie weitersprach "...stimmt, aber es wäre stabil was wiederum sicherer für die Station ist."
Es folgte ein kurzes unterdrücktes Schnauben "Ich brauche hier die Leistung, die ich habe." beendete die Halbklingonin die Verbindung. Einen Moment starrte Ria überlegend auf den Tisch, zuckte dann mit den Schultern. Torres hatte ihr keinen Befehl gegeben es zu unterlassen also bye-bye Gelpacks.

Sie verließ das Büro - ihr Büro mit einem nichts Gutes verheißenden Funkeln in den Augen "Ok..." rief sie ein paar der Techniker und ihre neuerkorene Nummer 1 zusammen "Wir werden hier, hier und hier..." berührte sie auf der Konsole die Schaltflächen um die Punkte anzuzeigen "... die Gelpacks durch Isochips ersetzen." sie ließ das gesagte kurz wirken, keiner widersprach. Vielleicht trauten sie sich auch einfach nicht.
"Ich weiß, dass die Geschwindigkeit der Datenübertragung dadurch ein wenig leidet aber ich denke das ist besser als andauernde Energieausfälle..." jetzt erntete sie zustimmendes Nicken "Bueno... Fragen? Nein? Vamos..." wollte sie mit den Leuten an die Arbeit gehen als ein Funkspruch sie unterbrach

"Dr. Who an Valdés. Ich warte auf sie in der Krankenstation zur Eingangsuntersuchung." der Mann am anderen Ende der Leitung hörte sich sehr bemüht um einen neutralen Tonfall an. Ob er angespannt und verärgert war, dass Ria nicht direkt zu ihm gekommen war, es an den Energieausfällen lag oder an etwas ganz anderem konnte Ria nicht erahnen. Schulterzuckend sah sie Jennings an, der nur nickte und sich mit den Technikern an die Arbeiten machte.
"Valdés hier... ich komme ja schon...." beendete sie kurzerhand das Gespräch um sich nun auf die KS zu begeben.

Krankenstation
Mit Rias betreten der Krankenstation, begann erneut das Licht und einige Instrumente und Konsolen für einen kurzen Moment zu flackern - nur war hier kein Warnton zu hören wie im Maschinenraum. "Gnaaaaa....." sah ein großgewachsener, schlaksiger, menschlicher Arzt zur Decke und machte seinem Ärger Luft "Wie soll man denn so vernünftig arbeiten?" fluchte er und hatte nur geringen Erfolg die Lautstärke zu senken.

"Ich weiß... nervig." brummte Ria "Im Maschinenraum gibt's dazu einen ganz agudo Alarma..." schon beim Gedanken daran fuhr sie mit zwei Fingen und schmerzverzerrtem Gesicht über das rechte Ohr "Meine Leute tauschen gerade ein paar Gelpacks durch Isochips aus, dann sollte wenigstens das Problem behoben sein..." versprach sie.

Ein schiefes Grinsen breitete sich auf dem Gesicht des Mannes aus. "Ich dachte der dunkle Herrscher der technischen Abteilung hält das für die einzige Möglichkeit die Station am Laufen zu halten und gleichzeitig neue Kriegsschiffe zu bauen." er räusperte sich bevor er der jungen Frau vor sich die Hand hinhielt "Dr. John Who." er neigte den Kopf leicht überragte Ria aber dennoch um etwa 30 Zentimeter.
"Ria Valdés..." ergriff Ria die Hand "... und der dunkle Herrscher sollte noch ein paar Grundkurse an der Akademie besuchen." feixte die Ingenieurin. Spontan beschloss sie, den Arzt zu mögen.

Who klopfte mit der Hand auf die Liegefläche des Biobettes neben ihm und bedeutete Ria sich hinzusetzen. "Was macht jemand mit intakter Humordrüse auf diesem von Ignoranz und Inkompetenz verwalteten Metallbaukasten?" wollte er wissen während er mit seinem Trikorder Werte maß. Ria sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an und fragte sich was dem Arzt zugestoßen war, dass ihn so sarkastisch werden ließ "Abwarten..." antwortete sie schließlich seufzend.
Jetzt war es an Who seine Patienten verwundert anzuschauen "Machen wir einen Deal... Sie erzählen ihre Geschichte und ich meine, Miss Valdés." "Ria..." bot die Ingenieurin an "Gut, Ria..." lächelte John und entschloss sich den Anfang zu machen.
"Das Schiff, auf welchem ich stationiert war, lief eine Kolonie an weil uns dort Magtalla Aktivitäten gemeldet wurden..." begann er "Als wir ankamen, sahen wir Krankheit, Tot, Hunger... und uns wurde klar dass es in vielen Kolonien so aussehen würde - sofern sie nicht komplett vernichtet wurden." er seufzte "Wir berichteten dem Kommando und man versprach sich diesem Problem anzunehmen. Ich wollte mich dann in eine Einheit versetzen lassen um genau solchen Leuten zu helfen aber man lehnte es ab. Meine Fähigkeiten würden für wichtigeres gebraucht." man hörte deutlich wie sich sein Ärger steigerte. "Und ich landete hier!" seine Stimme war laut geworden und kurz waren alle Blicke auf ihn gerichtet "Ja genau... Ich behandle hier die Wehwehchen derjenigen die sich die Sternenflotte unter ihre schlechtmanikürten Fingernägel gerissen haben anstatt denen zu helfen die es brauchen." Ria brannte eine Frage auf der Zunge welche ihr Hirn gerade formulierte und die man gemurmelt ihm Raum vernahm während das medizinische Personal wieder ihrer Arbeit nachging. "Warum ich die Flotte nicht verlasse?" antwortete er auf Rias ungestellte Frage "Und dann? Ein Arzt ohne Schiff und Material..." ließ er im Raum stehen. "Und du? Auf was wartest du?" wollte John nun wissen.

"Ich weiß wovon du sprichst..." nickte die Ingenieurin langsam "... Ich habe die Flotte verlassen bevor die Magtalla auftauchten und schloss mich einer kleinen private Werft zwei Tagesreisen von hier an. Wir haben vieles von dem gesehen was du beschreibst." der Gedanke an ihre Heimat brachte ein Lächeln auf ihr Gesicht "Wir versuchen durch das Reparieren von Frachtern und Schiffen zur Versorgung der Kolonien beizutragen und die Flotte unterstützte uns, so dass wir nur geringe Kosten decken mussten." sie schluckte "Janeway wollte mich aber unbedingt für ihren kleinen Egotrip hier und meinte, die Flotte würde Kalta-Siv nur dann weiter versorgen wenn ich zurückkehre." sie zuckte mit den Schultern "Und jetzt warte ich darauf, dass meine Freunde eine Lösung des Versorgungsproblems finden."
Dr. Who sah Ria einen Moment an, als würde er darauf warten das sie lachte und sagte 'reingelegt' "Du gewinnst." stellte er schließlich fest.

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Das Haus gewinnt

Die nächsten paar Tage versuchte Ria einfach nur zu überleben. Mit dem Doktor hatte sie einen Freund gefunden mit dem sie reden konnte. Jede sich ihnen bietende Möglichkeit nutzten sie um ihre Anweisungen so auszuführen, dass sie für die Station und deren Crew das Beste brachten ohne direkte Befehlsverweigerung zu begehen. Doch mit jedem Tag wuchs nicht nur Rias Sehnsucht nach ihrer Familie größer sondern auch ihr Ärger auf Janeway. Doch auch Janeways Geduldsfaden wurde merklich dünner bis er schließlich riss. Den Ausschlag gab schließlich die Ankunft des Bajoranischen Händlers Adronnen Kal. Sein Schiff war durch Piraten beschädigt worden und er hatte sich zur Station gerettet. Janeway hatte angeordnet dass sein Schiff flugtauglich gemacht werden sollte - aber nicht mehr. Valdés und Who hatten sich über diesen Befehl hinweggesetzt nachdem sie erfahren hatten, das Adronnen versuchte Kolonien zu versorgen. Ria hatte unnötige Teile ausgewechselt und Who hatte seine medizinischen Vorräte aufgestockt. Jetzt hatte Janeway beide in ihr Büro bestellt.

Besprechungsraum
"Missachtung der Hierarchie. Absichtliche Fehlinterpretation von Befehlen..." stand Janeway vor Ria und John, die Hände auf dem Schreibtisch aufgestützt, nach vorn gebeugt und den beiden abwechselnd in die Augen sehend.
"Fehlinterpretation?" regte sich nun Ria ihrerseits auf "Commander Torres ist absolut unfähig! Würde ich ihre Befehle exakt ausführen, wäre diese Station schon lange in die Luft geflogen." legte sie auf den Tisch "Schon als ich hier ankam waren wir nicht sehr weit von einer Komplettüberlastung entfernt."

"Mich interessiert ihre Meinung über Commander Torres und ihre Kompetenz nicht." kanzelte Janeway ab was wiederum Who auf die Palme brachte "Das sollte es aber. Bevor Commander Valdés übernommen hatte wäre jede Blinddarmoperation zu einem unkalkulierbaren Risiko geworden!"
Jetzt funkelte Janeway Who böse an "Sie untergraben meine Autorität schon seit sie hier sind - sie beide. Sie verschwenden Material an nicht Sternenflottenschiffe..." sie betätigte eine Taste auf ihrer Tischkonsole "Ich werde es nicht länger dulden, dass sie die das Starfleetkommando oder die restlichen Kommandoofiziere dieser Station öffentlich als Inkompetent oder Idioten hinstellen." Hinter Ria und Who öffnete sich die Tür und zwei Sicherheitsoffiziere traten ein "Sie haben jetzt 48 Stunden Zeit in einer Arrestzelle darüber nachzudenken und ihr Verhalten zu ändern." "Das kann ja wohl nicht ihr ernst sein!" kommentierte Who als Ria und er abgeführt wurden.

Arrestbereich
Wütend trat Ria gegen die Wand ihrer Zelle, nachdem der Sicherheitsoffizier sie hatte alleingelassen. Auf einem Bein hüpfte sie zur Pritsche und ließ sich fallen. "Alles Ok?" wollte John aus der angrenzenden Zelle besorgt wissen "JaJa..." brummte Ria nur und vergrub den Kopf in ihren Händen. Ja ihr Herz hing nicht an diesem Job - im Gegenteil: sie würde lieber gestern als heute hier verschwinden aber sie durfte doch ihre Familie auf der Werft nicht im Stich lassen. Was sollte sie nur tun?
Who lehnte mit verschränkten Armen auf der Pritsche sitzend an der Wand die an Rias Zelle angrenzte. Er spürte was in ihr Vorging und er wusste wie er ihr helfen konnte "Ich habe gestern mit Adronnen Kal gesprochen. Du erinnerst dich an ihn?" begann er und wartete auf eine Reaktion Rias "Der Bajoraner, Sí." antwortete diese schließlich "Er hätte sicher ein guter Informant und Lieferantenkontakt sein können wenn Janeway ihn nicht direkt verjagen würde." fügte sie an. Ein Schmunzeln huschte über sein Gesicht "Genau der." nickte er ohne dass Ria es sehen konnte "Er ist sehr dankbar für deine Hilfe und hofft das du deswegen keine Schwierigkeiten bekommst." ein kichern war zu hören "und er will versuchen Kalta Siv einen Deal zu vermitteln." es war für einen Moment komplett still "Das wäre zu schön um wahr zu sein..." erwiderte Ria, lehnte den Kopf gegen die Wand "Aber ich glaube nicht an Wunder."

Promenade 2 Tage später
"Irgendwie war das doch fast wie Urlaub, oder?" schlenderte John mit den Händen in den Taschen neben Ria über die Promenade "Viel Schlaf, Zeit zum Lesen, das Essen kriegst du gebracht..." führte er aus "Sí..." lachte Ria "Vielleicht sollten wir das öfter machen." setzte sie hinzu als sie sich umsah "Hat Adronnen gesagt was er wollte?" wechselte die Ingenieurin das Thema "Nein." schüttelte Who den Kopf "Ich hatte eigentlich auch damit gerechnet das er schon wieder unterwegs ist."

"Ich habe eine Starterlaubnis für heute Nachmittag erhalten..." trat ein großer Bajoraner auf die Beiden zu "Tut mir leid dass sie wegen mir solchen Ärger hatten." lächelte er entschuldigend und man sah ihm an dass es ihm wirklich unangenehm war "Aber vielleicht habe ich etwas womit ich das wieder gut machen kann..." er grinste und reichte Ria ein PADD
"Was ist das?" wollte Ria wissen während sie es so hielt, dass auch Who mit darauf schauen konnte "Ein Kontakt von mir." antwortete Kal "Er ist in der Lage eine kleine Werft mit Material zu versorgen und hat bereits mit Mr. Altright einen Deal ausgehandelt." erklärte Kal. Ria sah ihn nur neugierig an "Er ist auf seine Frachter angewiesen und er braucht eine zuverlässige Anlaufstelle..." deutete er an und auf Rias Gesicht breitete sich ein Grinsen aus "Wir reparieren seine Schiffe und er versorgt uns im Gegenzug mit Material... fantastico!" stürmisch umarmte Ria den Bajoraner "Gracias..."

Kal hob die abwehrend die Hände "Wofür?" fragte er unschuldig "Ich gehöre schließlich über Umwege ebenfalls zu dieser 'Flotte' und jetzt weiß ich wenigstens wo mein Schiff ordentlich behandelt wird."

Who seufzte tief "Schade... ohne dich wird's hier unerträglich werden..." natürlich freute er sich für Ria aber andererseits hatte er gehofft das sie noch ein Weilchen blieb. Ria sah Who nun abschätzig an "Willst du denn unbedingt hierbleiben?" wollte sie wissen "Ist das eine Einladung?" konterte Who. Er hatte schon mit dem Gedanken gespielt Ria zu fragen ob auf Kalta-Siv ein Arzt gebraucht würde aber diesen schnell wieder verworfen. Er wollte sich nicht aufdrängen.

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Dies ist die Geschichte der kleinen privaten Werft 'Kalta-Siv' im Orbit eines Klasse L Planeten, welche versucht auf ihre Weiße ihren Beitrag zum Wideraufbau zu leisten indem sie versuchen die Schiffe, Welche bei ihnen ankommen zu warten, ihnen notwendige Teile zu besorgen und somit die Versorgung der Kolonien und Welter der ehemaligen Föderation zu sichern - und eine neue Föderation aufzubauen, denn die Sternenflotte um Janeway ist dazu eindeutig nicht in der Lage.

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by Jadzi, February 2012
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