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Klingonische Seele

"Ehre, Pflicht und Tradition - dies sind die Grundsteine der klingonischen..." die Halbklingonin schaltete genervt das PADD ab und warf es auf den Tisch vor sich. Ihr Blick glitt aus dem Fenster hinaus, wo das Transportschiff, was sie mitgenommen hatte, bereits auf Impulsantrieb abgebremst hatte und sich nun im Anflug auf Qo'noS befand. Tief seufzend zog sie das Symbol des Hauses, dem sie angehörte, aus der Hosentasche hervor. Warum war sie eigentlich hier? Sie hasste diese dämlichen, übertriebenen klingonischen Traditionen, durch die sie bereits ihre Eltern und jetzt auch noch ihren Großvater verloren hatte. Außerdem hätte sie noch genügend für die Zwischenprüfungen an der Akademie zu lernen gehabt... aber nein, sie musste ja durch das Weltall tingeln um ihrem Großvater zu gedenken, was wahrscheinlich nicht mal gewollt war! Tavana schloss die Augen und versuchte die Gedanken zur Seite zu drängen - es war ja ihr eigener Wille gewesen herzukommen. Ihr Großvater war tot - auch wenn seine Leiche mit dem Bird of Prey unwiederbringlich verloren war. Trotzdem sie ihn seit Jahren nicht mehr gesehen oder gesprochen hatte, sie ihn damals gehasst hatte, als ihre Eltern starben und er nichts tat um sie zu trösten, hatte sie ihn doch - tief in ihrem Herzen - sehr bewundert und geliebt. Und jetzt war er tot! Wegen irgendwelcher veralteten und fadenscheinigen Vorstellungen von 'Ehre'. Ihre Gedanken spieen das Wort 'Ehre' regelrecht aus, als sie sich daran erinnerte wie sie damals vom Tod ihrer Eltern erfahren hatte.

Ein Klingone kam damals in das Haus ihrer Großeltern und überbrachte die Nachricht eines glorreichen Kampfes, schwärmte regelrecht vom Heldenmut der Krieger des Außenteams und der Crew. Vom Außenteam, dem ihr Vater angehörte, kam niemand zurück, da es sich selbst 'opferte' um die Mission zu erfüllen. Die Crew des Schiffes wurde bei der Schockwelle, die das Außenteam dabei ausgelöst hatte, dezimiert. In dem Moment begriff Tavana das ihre Eltern nicht zurückkommen würden - sie verstand bis heute nicht, warum ihre Mutter ihren Vater begleitet und auf dem Bird of Prey als Wissenschaftsoffizier gedient hatte, obwohl es für sie unter den Klingonen sehr schwer gewesen war, sich zu behaupten. Tavana hatte die Nacht über geweint, aber anstatt sie zu trösten, hatte ihr Großvater sie angeschrieen, das sie das Andenken und die Ehre ihrer Eltern mit ihren Tränen nicht beschmutzen solle - denn Tränen zeugten von Schwäche - und diese fiel auf die Familie zurück. Was wusste er denn schon? Ein Klingone der nicht mal Tränendrüsen besaß wollte beurteilen wann sie weinen durfte? - damals war sie 7 Jahre alt. Die nächsten 5 Jahre waren für sie die Hölle gewesen. Sie hatte niemanden mit dem sie ihre Trauer hätte teilen können. Die Predigten über Ehre und Traditionen schürten in ihr nur noch mehr Unverständnis und Hass, das sie ihre Eltern gerade dadurch verloren hatte.

Tavana rieb sich über die Augen, die drohten durch Tränen nass zu werden. In ihren Gedanken hatte sie nicht einmal bemerkt, das sich der Frachter im Landeanflug befand. Er zog durch die fast schwarzen Wolken hindurch und flog einige Zeit unter dem roten, abschreckenden Himmel Qo'noS, bevor er endlich in eine Halle einflog - fast flüchtete - und landete. Tavana hasst diesen Himmel. Er machte ihr zwar keine Angst mehr, aber er schien bedrohlich und lebensfeindlich. Ihre Tasche unter dem Arm stand sie an der Öffnungsluke. Sie zögerte bevor sie den Frachter entgültig verlies und damit sich und all ihre Schwächen dem Planeten und seinen Bewohnern preisgab.

Es dauerte knapp eine Stunde, bis Tavana am Haus ihrer Großeltern ankam. Sie war seid fast acht Jahren nicht mehr auf Qo'noS gewesen, hatte sich in den gleich aussehenden Gassen ein wenig verlaufen und nur über Umwege die richtige Tür gefunden. Tavana zögerte einen Moment ehe sie an die Tür trat und läuten wollte. Zu ihrer Überraschung öffnete sie sich aber sofort für sie - ihr Großvater hatte sie also nie gelöscht. Klopfenden Herzen betrat sie die dunklen Räume. Hier und da brannten Kerzen und es wirkte dunkler als sie es in Erinnerung hatte - schienen Klingonen doch irgendwie an ihre Toten zu denken? Langsam schritt sie durch den Flur, zielstrebig auf eine Tür am Ende desselben zu. Wie in einem Traum spielten sich Szenen aus ihrer Kindheit ab, nach dem Tod ihrer Eltern. Tavana bemerkte erst spät, das sie mitten im Wohnraum an einem kleinen Altar angehalten hatte, auf dem eines der bath'leths ihres Großvaters aufgestellt war - warum Klingonen ihre Waffen nur immer so in Szene setzen mussten. "Tavana, Tochter von MelaS... ich hatte nicht erwartet das du hier auftauchst."

Die Stimme klang jung und Tavana konnte sich nicht sofort an den Besitzer erinnern. "Jarret... Tavana Jarret ist mein Name." antwortete sie leise und drehte sich erst nach einem Moment um. Es dauerte einige Momente ehe sie Ch'tar erkannte. Er war der Sohn eines Freundes ihres Großvaters gewesen. Als dessen Vater starb hatte Var'meq - Tavanas Großvater - ihn in sein Haus aufgenommen.
"Nach all den Jahren hast du nicht mehr zu sagen? Was willst du dann hier?" fragte Ch'tar weiter. Tavana schüttelte den Kopf "Ich weiß nicht, was dich das angeht. Er war mein Großvater." Antwortete sie ausweichend und ging an ihm vorbei. Ch'tar lachte nur auf "Menschliche Trauer... Ein Klingone begrüßt den Tod. Es ist nicht nötig um ihn zu trauern und ihn und die Familie durch Schwäche zu entehren."
Tavana drehte sich um und funkelte ihn nur wütend an "Diese verdammte Ehre und scheiß Traditionen haben mir schon meine Eltern genommen..." schrie sie ihn an und fand sich gegen die Wand gedrückt wieder. "Wenn du nur hergekommen bist um das, woran deine Eltern und dein Großvater glaubten, in den Schmutz zu ziehen, solltest du dahin zurückkehren wohin du dich vor acht Jahren verkrochen hast. Sonst wirst du mit derartigen Äußerungen nicht überleben!" Ch'tars Stimme war nur mehr ein drohendes Knurren. "Sag du mir nicht was ich zu tun und zu lassen habe!" zischte Tavana zurück.
"Ich warne dich nur. Du hast für klingonische Begriffe keine Ehre. Kein Klingone wird sich und seine Lebensweise derart von jemandem wie dir beleidigen lassen." er lies Tavana los, die erst mal, durch den kräftigen Druck, ein wenig Zeit zum Luftholen brauchte. "Was willst du damit sagen Ch'tar?" warum sie sich über diese - für klingonische Verhältnisse - heftige Beleidigung so aufregte, wusste sie nicht. Bisher war ihr das alles egal gewesen. Es musste wohl an der Umgebung liegen.
"Du hast hier keinen einzigen Tag der Ehre begangen, du hast dich jedem Initiationsritus verweigert, du besitzt nicht einmal ein Dk'tagh." Ch'tars Worte klangen verächtlich.
Tavana kam ärgerlich auf ihn zu "Nur weil ich nicht das Leben eines Kriegers führe oder dumme Zeremonien begehe, heißt das nicht das ich keine Ehre habe!" Ch'tar lachte auf und kam mit seinem Gesicht nahe an ihres heran "Beweise es." flüsterte er provozierend. Auf seinem Gesicht spielte ein gewinnendes Lächeln - oder war es Verachtung?
Tavana wandte sich ab "Ich muss dir gar nichts beweisen Ch'tar." Mit diesen Worten verlies sie den Raum, lies Ch'tar zurück, der ihr ein "Ja... lauf weg. Wie du es immer tust! Du bist einfach nur feige." hinterher rief.

Tavana war nach oben gegangen und hatte erstaunt festgestellt das auch ihr Zimmer noch unberührt war - es musste sogar ab und zu geputzt worden sein, denn der Staub war nicht älter als zwei oder drei Wochen. Ihre Tasche warf sie achtlos neben das Bett und machte es sich in selbigem gemütlich. Sie fühlte sich auf einmal wie das kleine Mädchen von 8, 9 Jahren, die krampfhaft versuchte ihre menschlichen Bedürfnisse mit den klingonischen Traditionen zu vereinen. Deswegen hatte sie sich nie dazu durchringen können, das erste Ritual durchzuführen, auch wenn ihr Großvater ihr damit immer in den Ohren gelegen hatte. Dieses Zimmer hatte so viele Streitgespräche und Tränen gesehen wie wohl kein anderes. Wahrscheinlich hatte sie deswegen eine solche Abneigung gegen klingonische Traditionen, weil immer ihre menschliche Seite und damit sie selbst unterdrückt wurde. Es war schon so lange her, dass sie sich darüber Gedanken gemacht hatte und war eigentlich der Überzeugung gewesen, damit abgeschlossen zu haben, aber offenbar kochten in ihrem Elternhaus alte Emotionen und nicht beendete Auseinandersetzungen auf.

=^= Nächster Morgen=^=

Tavana hatte weder gut noch tief geschlafen, lange wachgelegen und war sehr früh aufgewacht. Ch'tars Worte hatten sie mehr getroffen, als sie bereit war zuzugeben. Hatte sie wirklich keine Ehre im klingonischen Sinn? Und warum störte sie das? Sie hatte sich doch für ein Leben als Mensch entschieden! Sie schaffte es die Gedanken beiseite zu schieben, und sah sich stattdessen in ihrem alten Zimmer um. Neben 'Kinderbüchern' die den angehenden Kriegern die Traditionen verdeutlichen sollten, fand sie auch ihr altes Tagebuch. Sie konnte sich nicht mal daran erinnern überhaupt eines geführt zu haben. Wahrscheinlich hatte sie es damals hier gelassen um abzuschließen 'Großvater redet dauernd von irgendwelchen Höhlen... warum kann er mich nicht einfach in Ruhe lassen. Er weiß doch genau, das ich mich fürchte.' las sie einen Eintrag. Sie muss damals noch nicht ganz acht gewesen sein und der Tod ihrer Eltern lag noch nicht lange zurück.
Tavana erinnerte sich, das sie sich ab da immer aus trotz geweigert hatte, diese Höhlen zu betreten. Alle hatten ihr es immer als Feigheit ausgelegt. Ihr Stolz und ihre Prinzipien kämpften jetzt mit Neugier und dem bitteren Nachgeschmack von Ch'tars Worten. Sie wusste das sie ihm nichts beweisen musste, aber... konnte es schaden einmal die Höhlen zu betreten? Nur ganz kurz, um nie wieder 'Feigling' genannt zu werden und ihre Ruhe zu haben. Was würde das schon an ihren Prinzipien ändern? Nachdem sie noch einige Minuten auf das Tagebuch gestarrt hatte, gewann die Neugier und sie machte sich auf den Weg.

Vor den Höhlen, zu denen sie ungewöhnlich lange gebraucht hatte, zögerte sie und fragte sich ob sie das wirklich wollte. 'Ich muss da rein... wenn ich es nicht tu, krieg ich nie meine Ruhe.' Noch einmal atmete sie tief durch und trat in die nur schwach beleuchteten Höhlen ein. Sie mochte es sich nicht vorstellen, wie diese Höhlen an Zeremonietagen aussahen... nur mit Fackeln erleucht. Tavana rieb sich über die Arme um die aufsteigende Gänsehaut zu unterdrücken 'Ok. Du warst hier... jetzt kannst du auch wieder gehen.' meinte ihr Verstand, doch bevor sie darauf reagieren konnte, hörte sie Schritte hinter sich "Es ist zu spät für Aufstiegsriten oder willst du um Ehre kämpfen?" es war Ch'tars Stimme "Warum sollte ich." Flüsterte Tavana ohne sich umzudrehen. "Aus welchem Grund solltest du sonst in diesen frühen Stunden hier sein, wenn du dir nicht doch Gedanken darüber machen würdest." Seine Stimme klang ungewöhnlich, fast sanft.
Tavana drehte sich kopfschüttelnd um, um Ch'tar in die Augen zu sehen "Warum bist du mir gefolgt?" fragte sie ihn anstatt seine Frage zu beantworten. Anstatt zu antworten warf er ihr ein bath'leth vor die Füße und hielt ein zweites in seiner Hand "Du sagtest man muss kein Krieger sein um Ehre zu haben... beweise es."
"Nein... ich sagte dir gestern bereits, das ich gar nichts beweisen muss!" wiegelte sie ab und wollte die Höhle verlassen "Dann kann es dir auch egal sein. Ich will einen Kampf. Danach werde ich dich nicht weiter 'belästigen'."
Wieder dieser sarkastisch-beleidigende Tonfall, der Tavana so aufregte, das sie nach dem bath'leth griff "Wenn ich dann meine Ruhe habe - gern." fauchte sie. Auch wenn sie nicht viel mit ihrem klingonischen Erbe zu tun haben wollte, hatte sie nie aufgehört zu trainieren und würde es Ch'tar nicht einfach machen. Die Klingen trafen aufeinander und die Höhlen hallten vom Kampflärm wieder. Ch'tar hatte es sich tatsächlich einfacher vorgestellt Tavana zu besiegen, fand aber diese Entwicklung in einen richtigen Kampf durchaus besser. Eine Zeitlang glich der Kampf einem Katz und Maus Spiel. Nach dem anfänglichen Austesten und der Erkenntnis, das beide gut trainiert waren, beschnupperten sie sich indem sie sich langsam umkreisten, jeden Schritt mit Bedacht wählten. Sie wichen den Schlägen des anderen aus, um seine Bewegungen und Reaktionen zu studieren, blockten nur im Notfall. Ch'tars Erfahrung war es dann, die Tavana zuerst analysiert hatte und ihren Angriff blockte um zurückzuschlagen. Ein kurzer aber heftiger Zweikampf folgte. Tavana wollte sich nicht so einfach geschlagen geben und schaffte es immer wieder aus der Defensive, in die sie gedrängt wurde, in die Offensive zurückzukehren. Vereinzelte Funken stoben, wenn die bath'leths sich unglücklich trafen oder gegen die Wände schlugen. Tavana wusste gar nicht, wie oft sie schon zu Boden gedrängt worden war, wie viele Schläge und Tritte sie eingesteckt hatte und wie vielen sie ausgewichen war.
Ch'tar brachte einen weiteren Angriff um Tavana in die Knie zu zwingen, doch die drehte sich unerwartet zu Seite, so das Ch'tars bath'leth ihr Shirt am Rücken aufschlitzte und die Haut verletzte. Tavana biss die Zähne zusammen und versuchte einen sofortigen Angriff um nicht gänzlich in die Defensive gedrängt zu werden. Die Überraschung gelang und Ch'tar konnte sich nur durch einen Block retten doch er war körperlich eindeutig stärker, zwang Tavana nun ihrerseits in einen Block, verkantete sein bath'leth in ihrem und entriss es ihr so. Tavana fiel durch die Wucht auf die Knie und Ch'tar hielt ihr sein bath'leth an die Kehle. Einen Moment war es Still. Nur das schnelle atmen von Tavana und Ch'tar war zu hören.
Tavana musterte Ch'tar, sah in seine Augen. Sie konnte nicht leugnen, das sie sich im Moment irgendwie zu ihm hingezogen fühlte - aber wahrscheinlich waren es nur Nachwirkungen des Kampfes. "Du hattest deinen Kampf... jetzt halte dein Wort und lass mich in Ruhe."
Ch'tar lies sein bath'leth fallen und zog Tavana am Hemd hoch um sie heftig in die Lippe zu beißen. Tavana war so überrascht, das sie sich erst wehren konnte, als er sich von ihr löste. Sie nutzte die Chance und verpasste ihm eine Ohrfeigen "Was bildest du dir eigentlich ein." fauchte sie und verlies schnellen Schrittes die Höhlen. Ob er hinter ihr herkam oder nicht, kümmerte sie nicht. Ch'tar war einen Moment irritiert gewesen, hatte sich von seinen Gefühlen überwältigen lassen. In einigem Abstand folgte er Tavana - auf der Strasse war nicht der Platz das auszudiskutieren.

Für den Rückweg brauchte Tavana eindeutig weniger Zeit als für den Hinweg. Ch'tar fand sie im Wohnzimmer "Tavana..." setzte er an, wurde aber unterbrochen "Spar's dir einfach Ch'tar..." fauchte sie "Klingonen sind doch alle gleich. Ihr kümmert euch nicht um Sitten anderer Rassen." wollte sie in ihr Zimmer verschwinden, aber Ch'tar hielt sie am Arm fest "Hörst du dir eigentlich selbst zu?" brüllte er "Dein Großvater..."
Tavana drehte sich um "Mein Großvater, mein Großvater... er hat sich nie um mich geschert... ich war ihm egal, weil ich als halber Mensch nicht so klingonisch sein konnte wie er sich das vorgestellt hat und er war sicher froh als ich weg war... ich weiß nicht mal warum ich hier bin!"
In Ch'tars Augen blitzte es und er verpasste Tavana eine schallende Ohrfeige mit dem Handrücken. "Du weißt überhaupt nicht was du sagst!" er ging zu einer Kommode im Raum, riss die Schublade auf, nahm ein PADD heraus welches er der verdutzten Tavana vor die Füße warf. "Das Tagebuch deines Großvaters." meinte er nur und verlies den Raum.

Tavana war erstarrt gewesen und hielt sich die Wange. Zuerst wollte sie einfach nach oben gehen und das PADD liegen lassen, doch schließlich siegte die Neugier. Sie sprang zu einem Eintrag kurz nach dem Tod ihrer Eltern "Ana weint noch immer häufig..." las sie. Er hatte tatsächlich ihren Kosenamen benutzt? "...ich kann sie nicht beruhigen. Das Training kann sie auch nicht ablenken und langsam scheint sie mich zu hassen. Ihre menschlichen Bedürfnisse kann ich nicht befriedigen und mit menschlichen Gefühlen kann ich auch nicht umgehen, dazu fehlt mir die Erfahrung. Ich kann nichts weiter tun, als sie nach klingonischen Traditionen zu erziehen. Leider kann ich ihr nicht begreiflich machen, das ich nicht weiß was sie braucht. Wenn sie nur mit mir reden würde..." Tavana starrte auf die Zeilen 'Das gleiche gilt für dich Großvater...' schoss ihr durch den Kopf. Sie hatte das alles nicht gewusst.
Fast hektisch 'blätterte' sie weiter... kurz vor den Punkt als sie zur Erde gegangen war. "... ich befürchte ich habe einen Fehler begangen. Ich habe nicht gemerkt, wie Anas Hass und Ablehnung gegenüber den klingonischen Traditionen gewachsen ist - das sie den Ritus des Aufsteigens bis jetzt nicht durchführen wollte, hielt ich nicht für bedenklich. Sie hat beschlossen das sie zur Erde gehen möchte um bei den Eltern ihrer Mutter zu leben. Ich habe mit ihnen gesprochen und sie gebeten Tavana aufzunehmen, wenn ihr Wunsch sich nicht ändern sollte..." wieder musste sie schlucken. Ihre Großeltern hatten ihr das nie gesagt. Sie hatte immer gedacht es wäre Var'meq egal gewesen, aber jetzt musste sie erkennen, das dem nicht so war.
Langsam, als ob sich ihre Hände nicht sicher waren, ob sie das wirklich wollten, sprang sie zum letzten Eintrag - vor der Mission auf der er umgekommen war "Die Jarrets haben mir erzählt, das Ana zur Akademie gegangen ist. Ich hoffe, das sie, wenn sie diese abgeschlossen hat, die Überwindung findet einmal zurückzukommen. Ich würde meine Enkelin gern wieder sehen." Tavana kämpfte gegen die Tränen - das alles war ihr neu. Warum hatte ihr das niemand gesagt? Vorsichtig legte sie das Tagebuch in die Kommode zurück und stieg die Treppe zu Ch'tars Zimmer nach oben. Sie klopfte bevor sie eintrat "Was willst du?" brummte Ch'tar, sah von seinem PADD nicht auf.
"Warum hat mir das keiner gesagt?" fragte Tavana ohne auf seine Frage einzugehen. Sie war zwar nicht das erste mal in seinem Zimmer, trotzdem fand sie es ungewöhnlich dunkel - nur von ein paar Kerzen beleuchtet, durch die große Schatten an die Wand geworfen wurden. Ch'tar legte das PADD weg und schnaubte "Was hätte das geändert?" fragte er nur "Ich hätte ihn vielleicht besser verstanden... und wäre nicht erst jetzt wieder nach Qo'noS gekommen." antwortete sie und setzte sich auf Ch'tars Bettkante. "Er hat immer gehofft das du zurückkehrst... " er wandte seinen Blick kurz ab "Ich übrigens auch... und als du es endlich getan hast, hast du ihn in den Schmutz gezogen " fügte er an.
"Deswegen warst du so wütend auf mich... " stellte sie halb fragend fest.
Ch'tar sah sie an "Ja." war die knappe Antwort.
"Ich dachte immer, das ich ihm egal bin, das er sich nicht für meine menschliche Seite interessiert... hätte ich das nur alles eher gewusst." Wieder kämpfte sie gegen die Tränen, doch diesmal wurde sie nicht allein gelassen. Ch'tar nahm sie in den Arm. Sie saßen noch einige Momente so da und redeten, bevor sich die Schatten, die beide warfen zu einem Einzelnen vereinten.

=^= Tage später =^=

Tavana ging auf die Rampe des Frachters zu, der sie zur Erde zurückbringen würde. Sie hatte einiges gelernt bei ihrem Aufenthalt auf ihrem Heimatplaneten und irgendwie fühlte sie sich besser. Sie hatte das Gefühl ihrem Seelenfrieden einen großen Schritt näher gekommen zu sein. Das Symbol des Hauses Var'meq hing jetzt an einer Kette um ihren Hals und war nicht mehr länger in die Hosentasche verbannt.
"Tavana, warte..." erkannte sie Ch'tars Stimme hinter sich. Er hielt etwas auf dem Rücken versteckt. "Ich dachte du schläfst noch." lächelte sie leicht "Was hast du da?" fragte sie.
"Hier." Er reichte ihr ein Dk'tagh "Ich habe es nach unseren Kampf für dich machen lassven... auch wenn es dir vielleicht nichts bedeutet..." fügte er an. Tavana lächelte leicht "Doch das tut es... irgendwie. Danke" etwas in ihr hatte sich verändert aber sie hatte noch viel zu lernen - vor allem was ihr Erbe anging. "Lass nicht noch einmal acht Jahre vergehen, bis du nach Hause kommst...Ana" küsste er sie sanft, fast menschlich zum Abschied.
"Das werde ich nicht..." lächelte sie nachdem sie den Kuss erwidert hatte und schritt die Rampe hinauf. Sie hoffte das sie Ch'tar noch einmal wiedersehen würde und das er nicht der vierte 'Mensch' sein würde, den ihr die klingonische Ehre nehmen würde. Aber sie wusste jetzt zum ersten mal wer sie war: Tavana, Tochter von MelaS.

by Jadzi October 04
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